Materialangaben

Übersicht:


Acrylglas (PMMA)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
Polymethylmethacrylat wird in den Qualitäten extrudiert (xt) und gegossen (gs) hergestellt.

Es ist ein harter, steifer Kunststoff, der nur eine bedingte Schlagzähigkeit und Bruchfestigkeit aufweist. Jedoch besticht es durch seine sehr hohe Licht-, Alterungs- und Witterungsbeständigkeit.

Acrylglas besitzt eine gute Zug-, Druck- und Biegefestigkeit und ist sehr gut zerspanbar und verklebbar. PMMA ist sehr spannungsrissempfindlich. Daher dürfen Acrylglasflächen auch nicht mit Alkohol oder Lösungsmitteln gereinigt werden.

Aus PMMA werden unter anderem optische Linsen und Brillengläser, Verglasungen, Lampen und Sanitärteile hergestellt. Im Maschinenbau dient es als Schutzabdeckungen für Maschinen und Geräte. Es wird für Abdeckungen und Überdachungen im Außenbereich verwendet und ist aufgrund seiner guten Lebensmittelunbedenklichkeit unentbehrlich in der Medizin, wo es für Prothesen und Verbandsschienen eingesetzt wird.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen Säuren und Laugen mittlerer Konzentration, Benzin und Öl
unbeständig gegen Alkohol, Aceton und Benzol

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Polycarbonat (PC)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
Polycarbonate sind glasklar, einfärb-, schweiß- und klebbar, außerdem sehr dimensionsstabil und besitzen eine hohe Schlagzähigkeit.

Polycarbonat wird wegen seines im Vergleich zu anderen Kunststoffen höheren Preises fast nur dort eingesetzt, wo diese zu weich, zu zerbrechlich, zu kratzempfindlich, zu wenig formstabil, oder nicht klar genug sind. Es wird eingesetzt für CDs und DVDs, Elektro- und Apparateteile, Brillengläser, optische Linsen, Leuchtenabdeckungen, Flugzeugfenster, als Schutzscheiben in speziellen Fahrzeugen, als einbruchhemmende Verglasung, für Abdeckungen, Verpackungen und Flaschen.

Wegen der guten Lebensmittelunbedenklichkeit wird es auch für eine Vielzahl medizinischer Einmalprodukte verwendet.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: verdünnte Säuren, Öle, Ethanol
unbeständig gegen: Basen, konzentrierte Säuren, Chlorkohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe, Methanol

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Polyoxymethylen (POM)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
POM zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Härte und Steifigkeit in einem weiten Temperaturbereich aus. Es behält seine hohe Zähigkeit bis -40°C, weist eine hohe Abriebfestigkeit, einen niedrigen Reibungskoeffizient, hohe Wärmeformbeständigkeit, gute elektrische und dielektrische Eigenschaften. POM weist eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme auf und besitzt ein ausgezeichnetes Gleitvermögen.

POM wird vor allem für Teile mit besonders hohen Ansprüchen an Maßstabilität und Optik eingesetzt. Im Maschinenbau sind dies unter anderem Zahnräder, Gleit- und Führungselemente, Pumpenteile und Ventilkörper. Aber auch in der Elektroindustrie wird POM für z.B. Spulenkörper, Isolatoren, Relais- und Trafogehäuse eingesetzt. Auch in der Medizintechnik findet POM aufgrund seiner Lebensmittelunbedenklichkeit Einsatz in z.B. Instrumentengriffen und Anpassungsstücken.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: Kohlenwasserstoffe, Alkalien, Fette, Öle, Kraftstoffe, Ether, Ester, Ketone
unbeständig gegen: Halogene, Säuren, Oxidationsmittel

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Polyethylen (PE)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
Ungefärbtes Polyethylen ist milchig-trüb und matt. Es fühlt sich wachsartig an und ist mit dem Fingernagel ritzbar. PE nimmt kaum Wasser auf, es schwimmt auf Wasser. Die Verwendbarkeit wird dadurch eingeschränkt, dass es bei Temperaturen von über 80 °C erweicht (HDPE, niederkristalline Typen erweichen früher). Polyethylen ohne geeignete Vorbehandlung ist nicht oder nur schlecht zu bedrucken oder zu kleben. Durch Sonneneinstrahlung kann PE verspröden.
PE weist eine hohe Zähigkeit und Reißdehnung auf, ebenso einen niedrigen Verschleiß und eine hohe Gleiteigenschaft.

PE wird vielseitig verwendet. Im Blasformverfahren hergestellte Hohlkörper, beispielsweise Flaschen für Reinigungsmittel im Haushalt, aber auch großvolumige Behälter. Ein weiteres großes Einsatzgebiet ist die Gas- und Trinkwasserversorgung. Hier werden oft Rohrleitungen des Typs PE-80 oder PE-100 eingesetzt. Weiterhin werden aus Polyethylen beispielsweise Pumpenteile, Zahnräder, Gleitbuchsen, Implantate und Oberflächen von Endoprothesen verwendet, bei denen es auf besonders leichten Lauf bei geringstmöglichem Abrieb ankommt.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: fast alle polaren Lösungsmittel, Säuren, Laugen, Wasser, Alkohole, Öl, HDPE auch gegen Benzin

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Polyamid (PA)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
Die meisten technisch bedeutsamen Polyamide zeichnen sich durch eine hohe Festigkeit, Steifigkeit und Zähigkeit aus, besitzen eine gute Chemikalienbeständigkeit und Verarbeitbarkeit. Polyamide reagieren auf den Feuchtigkeitsgehalt der Umgebung, so nimmt z.B. PA 6 ca. 2,5-3,5 % Wasser auf, PA 12 aber nur ca. 0,2-0,5 %. Polyamid hat eine sehr gute Geräusch- und Schwingungsdämpfung, eine hohe Abriebfestigkeit und ein sehr gutes Gleitvermögen. Es ist sowohl zerspanbar, schweißbar, als auch zum verschweißen geeignet.

Polyamid ist ein universell einsetzbarer Kunststoff, der bei hoher Belastung eingesetzt wird. Im Maschinenbau werden Gleitteile, Buchsen und Rollen aus PA genutzt, in der Lebensmittelindustrie aufgrund der guten Lebensmittelunbedenklichkeit auch Transportschnecken und Fördersterne. PA 12 wird aufgrund seiner außergewöhnlich hohen Schlagzähigkeit auch bei niedrigen Temperaturen gerne für wartungsfreie oder schlaggefährdete Teile verwendet oder in Umgebungen wo geräusch- und vibrationsdämpfende Eigenschaften erfordert werden.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: Kohlenwasserstoffe, Alkalien, Fette, Öle, Ether, Ester, Ketone, Kraftstoffe
unbeständig gegen: Mineralsäuren, Oxidationsmittel, bestimmte organische Säuren

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Polypropylen (PP)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
PP hat eine höhere Steifigkeit, Härte und Festigkeit als Polyethylen (PE), diese sind jedoch niedriger als bei anderen Kunststoffen wie z.B. Polyamid (PA). PP ist bei Einsätzen mit geringen Temperaturen nicht geeignet, da es eine Glasübergangstemperatur von 0 bis −10°C aufweist und somit bei Kälte spröde wird. Es weist eine gute Zerspanbarkeit, Thermoformbarkeit und Schweißbarkeit auf, ebenso wie ein gutes Gleitvermögen und gute elektrische und dielektrische Werte.

Einsatz findet PP vor allem in Bauteilen, die hohe Zähigkeit oder chemische Widerstandsfähigkeit erfordern. In der Lebensmittelindustrie, im Haushalt und in der Verpackungstechnik finden viele Produkte ihren Einsatz: Flaschenverschlüsse, Innenteile für Geschirrspülmaschinen, für kochfeste Folien, wiederverwendbare Behälter, Thermotransportboxen bzw. Warmhaltebehälter. Im Bauwesen wird es für Armaturen, Fittinge und Rohrleitungen verwendet; in der Lüftungs- und Klimatechnik bei korrosionsbegünstigenden Bedingungen und bei der Förderung korrosiver Gase, meist in Form von PP-S (S= Schwerentflammbar)

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: Säuren, Laugen, Alkohole, Lösungsmittel, Fette
unbeständig gegen: Oxidationsmittel

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Polyvinylchlorid (PVC)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
PVC ist hart und spröde, von weißer Farbe und wird erst durch Zugabe von Weichmachern und Stabilisatoren weicher, formbar und für technische Anwendungen geeignet. Bekannt ist PVC vor allem durch seine Verwendung in Fußbodenbelägen. Er spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle in der Bauwirtschaft, wo er unter anderem in Form von Fensterprofilen und Rohren Verwendung findet. Hart-PVC lässt sich gut, Weich-PVC schlecht spanabhebend verarbeiten. Bei Temperaturen von 120°C bis 150°C kann es spanlos verformt werden. Verbindungen können mit Klebstoffen oder durch Schweißen hergestellt werden.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: Säuren, Laugen, Alkohol, Öl und Benzin
unbeständig gegen: Aceton, Ether, Benzol, Chloroform, und konzentrierter Salzsäure

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Polytetrafluorethylen (PTFE)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
PTFE hat einen sehr geringen Reibungskoeffizienten. PTFE rutscht auf PTFE ähnlich gut wie nasses Eis auf nassem Eis. Außerdem ist die Haftreibung genauso groß wie die Gleitreibung, so dass der Übergang vom Stillstand zur Bewegung ohne Rucken stattfindet. Es existieren nahezu keine Materialien, die an PTFE haften bleiben, da die Oberflächenspannung extrem niedrig ist. Wegen seiner chemischen Trägheit wird PTFE als Beschichtung dort eingesetzt, wo aggressive Chemikalien vorkommen. Im Bereich der Dichtungstechnik wird PTFE als Basiscompound in vielen Anwendungen eingesetzt. Insbesondere im Bereich Wellendichtring, Nutring, Faltenbälge. Weiterhin wird PTFE auch im Chemieanlagenbau als Auskleidungswerkstoff für Kompensatoren, Rohrleitungen und Kolonnen eingesetzt.

Chemikalienbeständigkeit:
Äußerst beständig gegen: alle Basen, Alkohole, Ketone, Benzine, Öle usw.
unbeständig gegen: sehr starke Reduktionsmittel wie Lösungen von Alkalimetallen (z.B. Natrium) in flüssigem Ammoniak, sehr starke Oxidationsmittel wie elementares Fluor bei höheren Temperaturen

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Polyvinylidenfluorid (PVDF)

Eigenschaften / Anwendungsgebiete:
Wegen seiner guten thermischen und chemischen Beständigkeit wird PVDF als Auskleidung für Rohre oder Außenbauteile eingesetzt. Außerdem wird es für Dichtungen, Membranen und Verpackungsfolien verwendet. Weiterhin findet es auch Anwendung in der Messtechnik, z.B. beim Beschichten von Messsonden. PVDF verfügt über eine höhere Steifigkeit und Druckbeständigkeit als das artverwandte PTFE. Gleitverhalten und elektrische Isolierverhalten sind allerdings etwas schlechter. Es besitzt eine hohe Festigkeit und Zähigkeit auch bei tiefen Temperaturen und ist selbstverlöschend. Die Einsatztemperatur liegt zwischen -60°C und +150°C.

Chemikalienbeständigkeit:
beständig gegen: konzentrierte Säuren, Laugen, Salz, Mineral-, Pflanzenöle, Alkohole, aliphatische Kohlenwasserstoffe, Aromaten
unbeständig gegen: hochkonzentrierte Alkalien, Amine, Amide, rauchende Schwefelsäure